Über uns - Geschichte
Schon ab 1966 trafen sich, durch jagdliches Interesse und Studium zusammengeführt, mehrere Studenten, die teilweise bereits anderweitig korporiert waren, in loser Form zum Jägerstammtisch auf der Festung Marienberg in Würzburg. Wir hatten kaum Jagdmöglichkeiten im Würzburger Raum und eine studentische Jagdverbindung gab es nicht am Ort.
Um dem losen Stammtisch eine festere Organisationsform zu geben und um besser nach außen auftreten zu können, beschlossen im Sommersemester 1968 - angeregt durch unser Gründungsmitglied Uwe Christ († 18.11.1994), der damals schon Kontakt zu dem Jagdcorps Masovia Berlin hatte - sieben Studenten der Julius-Maximilians Universität zu Würzburg, eine eigene akademische Jägerschaft zu gründen. Diese Gründung war damals organisatorisch und vor allem ideologisch nicht unbedingt im Geist der Zeit - herrschten doch die “heißen 68er - Jahre des neuen Aufbruchs”. Eine Verbindung traditionellen Stils (Corps etc.) zu gründen, erschien uns zu gewagt; man beließ es damals bei einer akademischen Jägerschaft mit kleinem Couleur (nur Band). Dennoch wurden die durchaus positiven Werte alter Studentenverbindungen anerkannt und sollten in der für uns praktikablen Ausführung übernommen werden. Als Gründungsdatum wurde der 20. Juni 1968 festgelegt. Wir gaben der neuen Verbindung den Namen Akademische Jägerschaft St. Eustachius zu Würzburg. Hauptargument für den Namen war nach Uwe Christ: “Hubertus heißen sie alle, doch Eustachius ist der Ur-Hubertus.”
Für das Burschenband entschied man sich für grün (für die Jagd und das Waidwerk) und gold-rot (für Würzburg). Als Verbindungszeichen wählten wir auf Vorschlag von Uwe Christ die Wolfsangel mit doppeltem Querbalken und den Buchstaben E und W in den beiden Eckwinkeln.
Verbindungsleben in Würzburg
Die 70er Jahre waren geprägt vom weiteren Aufbau und der Festigung unseres jungen Bundes. So konnten wir 1974, bereits vier Jahre nach unserer Aufnahme in den WJSC den Verbandstag in Spangenberg ausrichten.
Zu Zirkel und Farben kam unser Wahlspruch “naturam venerans venari” (die Natur verehrend jagen) und eine Farbenstrophe, beides treffend von Bbr. Peter Kempf verfasst. Seit 1976 besaß St. Eustachius eine eigene Jägerklause im Keller des Hauses der Akademisch Musischen Verbindung (AMV) im SV, zum WS 1999/2000 zogen die Eustachen in einen größeren Keller in die Friedenstraße. Bei größeren Festen können wir auf die Häuser befreundeter Verbindungen ausweichen. Wir sind bei allen der rund 30, teilweise 175 Jahre alten Korporationen in Würzburg gerne gesehen, wobei uns sicher die ideologische Nische zugute kommt.
Mittlerweile zählt die AJ St. Eustachius über 60 Alte Herren und zahlreiche Aktive. Die Geselligkeit kam und kommt - natürlich nicht zu kurz. Vor allem beim alljährlichen Wildessen am ersten Samstag in Februar sind der Fröhlichkeit keine Grenzen gesetzt. Dies gilt auch für unser Stiftungsfest, das jeweils am ersten Samstag im Juli stattfindet.